Alessandro Catorcini
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Historischer Roman

The Second Woman

A Novel of the Roman Witch Trial, 1426

Rom, 1426: Eine Hebamme steht wegen Hexerei vor Gericht. Erzählt wird ihre Geschichte ausschließlich anhand des Protokolls jenes Notars, der für die Niederschrift bezahlt wurde.

Zwei Frauen wurden festgenommen. Das Protokoll nennt nur eine.

Rom, 1426. Funicella, eine Hebamme aus Trastevere, wird der Hexerei angeklagt und vor Gericht gestellt. Der Gerichtsnotar hält alles schriftlich fest. Dieser Roman ist sein Protokoll: Sitzung um Sitzung, Aussage um Aussage, eine Anklage mit zehn Anklagepunkten und immer dieselben wenigen lateinischen Zeilen an den Tagen, an denen nichts geschieht.

Der einen der beiden Frauen widmet der Notar Seite um Seite. Die andere nennt er nur „die andere Frau“. Mehr steht da nicht.

Dem Protokoll zufolge hat sie ohne Folter gestanden. Es verzeichnet einen Tisch, einen Schemel, eine Glocke und eine Stunde. Was diese Stunde ausfüllte, steht nicht darin.

„Was ich gesagt habe, habe ich gesagt. Was ich nicht gesagt habe, habe ich nicht gesagt.“

Ein Prozess, erzählt allein durch das Protokoll des Mannes, der für die Niederschrift bezahlt wurde.

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